08.03.2026, 19:53
Ein Club, ein Lied, ein Teufelsohn
Das alles war gerade so surreal. Wie konnte es möglich sein, dass er solche Gefühle hatte und sie gerade so intensiv spürte? Ihm war seit der Geburt eingeredet worden, dass er solche Gefühle nie haben konnte, dass diese einfach nicht existieren, weil es Gefühle waren, die einen schwach machten und er eben nie schwach sein würde. Mammon war schließlich das Kind Luzifers ein Halbengel. Naja okay, da war noch die menschliche Seite, sodass er durchaus fühlen konnte, weil er eine Seele besaß und keine Gnade, aber dennoch… durch seine Engelsseite würde solche Gefühle eben nicht möglich sein. Ja, Mammon hatte wirklich geglaubt, dass er diese nie empfinden würde, weil er über solchen Dingen stand. Doch… wie war das jetzt noch erklärbar? Hatte man ihm sein ganzes Leben lang angelogen? Hieß das, dass er gar nicht so machtvoll war, wie er glaubte und wieviel Engel steckte dann wirklich in ihm? Eigentlich essenzielle Fragen, aber Mammon wäre nicht Mammon, wenn er solche wichtigen Fragen ersteinmal ignorierte und später vermutlich so verleugnen und so verändern, dass es in seine Logik passte.
Doch jetzt konzentrierte er sich nur auf sie. Das war gerade sein Mittelpunkt. Er wollte sich Fred vollkommen hingeben. In dieser Situation war gerade kein Platz für Machtspielchen. Dass er sie wollte, stand außer Frage, nur Mammon wollte ebenso, dass auch sie ihn wollte. War das eigentlich ein absurder Gedanke? Absolut in seiner Welt. Eigentlich ging es doch immer darum, dass er bekam, was er wollte und im Grunde war es ihm da auch egal, ob die Anderen ebenso zufrieden damit waren oder nicht. Wer sich aufregte, bekam eben eine passende Antwort vom Teufelssohn und gut war. Aber bei Fred war das anders… war es dies nicht schon fast von Anfang an so gewesen? SIe hatte sich schon immer mehr erlauben dürfen als Andere. Auch beim Sex hatte sie durchaus mal das Sagen haben dürfen, auch wenn immer klar war, dass Mammon sich jederzeit sich das nahm, was er wollte und die Rollen schnell wieder so waren, wie sie sollten. Doch jetzt? Jetzt hatte es eine ganz andere Dynamik. Mammon bat sie nonverbal darum sich mit ihr zu vereinen und er wartete sogar darauf, ob er es durfte oder nicht. Zum Glück gestattete Fred ihm dies, aber was wohl passiert wäre, wenn dem nicht so wäre? Darüber wollte Mammon gar nicht erst nachdenken. Doch selbst nachdem sie ihm ihre Erlaubnis gegeben hatte, war es noch immer nicht diese körperliche Sex bei dem es nur darum ging seine Triebe zu befriedigen. Das hier ging tiefer, viel tiefer.
Wie schön sie anzusehen war und ihre Augen… man konnte sich in diesem Blick einfach nur verlieren… Moment! Ihr Blick hatte etwas Liebevolles. Hieß das…konnte es sein das… doch seine Gedanken war so vernebelt von seinen Gefühlen, die ihn immer noch einnahmen und dann waren da auch noch ihre Hände, die so sanft und zärtlich über seine Haut strichen. Mammon konnte das alles nicht verstehen. Wie konnte etwas so banales, so wundervoll sein? Den Kuss, in dem Fred ihn dann noch hinein zog, gab ihm dann durchaus den Rest. Es war kein Kuss, wie jemals zuvor. Dieser Kuss hatte eine unausgesprochene Botschaft. Dieser Kuss offenbarte etwas, was ihn so irritierte, dass er aufhörte sein Becken zu bewegen, den Kuss löste und er sie irritiert ansah. War es wirklich das, was er dachte? “Empfindest du mehr für mich als nur die Lust auf körperlichen Sex mit mir?” Seine Stimme hatte nichts von dem Machtvollen, wie es sonst immer der Fall war. Hier sprach kein selbstbewusster Teufelssohn mit ihr und man hörte auch ebenso wenig Hohn oder Belustigung heraus. Oh nein, in seiner Stimme konnte man Unsicherheit hören. Vielleicht sogar ein Hauch von Angst vor ihrer Antwort. Könnte Mammon damit umgehen, wenn herauskam, dass er etwas für sie empfand, aber sie weiterhin nur das rein körperliche von ihm wollte? Er wusste es nicht und insgeheim hoffte er, dass sie ebenso etwas für ihn empfand, wie er für sie.

